Wird die angeborene Händigkeit nicht erkannt oder dauerhaft unterdrückt, kann dies das Zentralnervensystem belasten und weitreichende Folgen haben.

Ursache
Die Nutzung der nicht dominanten Hand führt zu einer dauerhaften Mehrbelastung des Gehirns.

Primärfolgen - Direkte Folgen
Erste Anzeichen zeigen sich häufig in der Feinmotorik, etwa durch eine verkrampfte Stifthaltung, schnelles Ermüden oder ein unruhiges Schriftbild.

Sekundärfolgen - Langfristige Folgen
Bleibt die ungeklärte Händigkeit unerkannt, können Konzentrationsprobleme, eine geringere Belastbarkeit oder Verhaltensauffälligkeiten hinzukommen.

Wichtig zu wissen
Eine Umschulung ist nicht nur ein Wechsel der Schreibhand. Sie löst umfassende Anpassungsprozesse aus und kann weitere Begleitfolgen nach sich ziehen.
Von einer Umschulung spricht man, wenn ein von Natur aus linkshändiger Mensch vor allem beim Schreiben und bei Alltagstätigkeiten die rechte Hand nutzt.

Früher – aktive Umschulung
Kinder wurden gezielt dazu angehalten oder gezwungen, mit der „schönen“, rechten Hand zu schreiben.

Heute – unbewusste Umschulung
Sie entsteht meist unbemerkt durch die Nachahmung rechtshändiger Bezugspersonen oder durch Alltagsgegenstände, die nur für Rechtshänder ausgelegt sind.
Im Kindesalter können insbesondere folgende Schwierigkeiten auftreten:

Gedächtnisstörungen
Die Merkfähigkeit kann eingeschränkt oder zeitweise blockiert sein.

Konzentrationsstörungen
Das Kind ermüdet schnell und kann sich oft nur kurz auf eine Aufgabe konzentrieren.

Lese- und Rechtschreibschwierigkeiten
Gelerntes kann nur schwer abgerufen oder angewendet werden.

Links-Rechts-Unsicherheit
Die Erwartung, Aufgaben mit der rechten Hand auszuführen, kann die Orientierung zusätzlich erschweren.

Feinmotorische Störungen

In der Kita werden Stift und Schere möglicherweise gemieden.

In der Schule können das Schreibenlernen und andere feinmotorische Aufgaben schnell überfordern.

Sprachstörungen
Möglich sind Beeinträchtigungen des Sprachverständnisses bis hin zu Stottern.
Bleibt die Händigkeit ungeklärt, können sich später weitere Belastungen entwickeln:

Minderwertigkeitskomplexe
Betroffene fühlen sich mitunter anders oder minderwertig, ohne die Ursache zu kennen: „Ich bin anders – aber warum?“

Unsicherheit
Wiederholte Misserfolge können das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten schwächen: „Ich kann das sowieso nicht, weil ich schon immer ungeschickt bin.“

Zurückgezogenheit
Manche Betroffene ziehen sich zurück, um nicht aufzufallen oder anderen zur Last zu fallen: „Ich bin lieber allein und falle niemandem zur Last.“

Verhaltensprobleme
Anpassungsstrategien können dazu führen, dass Betroffene ihre Unsicherheit überspielen oder sich verstellen: „Ich spiele eine Rolle, damit ich nicht auffalle.“

Emotionale Probleme
Diese Belastungen können bis ins Erwachsenenalter anhalten und sich in seelischen oder gesundheitlichen Schwierigkeiten äußern.

Bettnässen und/oder Nägelkauen

Störungen des Persönlichkeitsbildes